Wer in der Schweiz die besten Wettquoten stellt – und was sie wirklich kosten
Stand: 19. Oktober 2026 · geprüft gegen die Bewilligungsregister der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.
Eine Quote sieht nach einer einfachen Zahl aus: 2.10 heisst «gewinnt das Heimteam, gibt es unter RF-2.10 das Fünfzehnfache des Einsatzes zurück». In Wahrheit steckt in dieser Zahl eine zweite, stillere Grösse – die Marge des Anbieters. Sie ist der Anteil jedes gesetzten Frankens, der im Schnitt beim Veranstalter bleibt, und sie ist der Grund, warum dieselbe Partie bei zwei Anbietern nie genau gleich quotiert wird. Wer die besten Wettquoten sucht, sucht nicht den höchsten Einzelpreis, sondern den Anbieter, der über das eigene Wettprogramm hinweg die niedrigste Spanne zwischen Auszahlung und Einbehalt aufweist.

In der Schweiz ist die Ausgangslage enger als in anderen Märkten. Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport verfügen über eine Bewilligung der Gespa, Sportwetten mit festen Gewinnquoten anzubieten. Wer hier wettet, wettet innerhalb eines geschlossenen Marktes mit zwei Veranstaltern, einer abschliessenden Liste erlaubter Sportarten und Wetttypen und klar definierten Schutzmechanismen. Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind in diesem Land weder zugelassen noch greift hier die Aufsicht – wer dort spielt, verlässt den Schutzraum des Geldspielgesetzes.
Dieser Text geht die Wettquoten vom Mechanismus her an: zuerst die Wettmärkte und ihre Quotenkurven, dann der direkte Vergleich der beiden Schweizer Veranstalter, anschliessend die rechtliche und steuerliche Einordnung, der Spielerschutz, die Zahlungswege und schliesslich das, was eine «gute Quote» bei einem Grossanlass wie einer Fussball-Weltmeisterschaft oder einer Champions-League-Runde wirklich bedeutet. Im Mittelpunkt steht dabei immer dieselbe Frage: Was kostet diese Quote den Spielenden – an Marge, an Einsatzlimit, an Wartezeit auf den Gewinn?
Wettmärkte und Wettquoten – von der Einzelwette bis zum Kombiboost
Wie eine Quote entsteht
Eine Wettquote drückt zwei Dinge gleichzeitig aus: die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs – und die Marge, die der Anbieter auf diesem Markt aufschlägt. Formal lässt sich aus den Quoten aller möglichen Ausgänge eines Marktes eine Auszahlungsquote ermitteln: Sie ist die Summe der Kehrwerte der Einzelquoten, genauer gesagt 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + … + 1/Quoteₙ). 100 Prozent minus diese Auszahlungsquote ist die Marge. Auf einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten bei 1.90 ergibt die Rechnung 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, mithin 95 Prozent Auszahlung und fünf Prozent Marge. Bei drei Ausgängen mit 1.80, 3.40 und 4.50 fällt die Marge höher aus, weil der Veranstalter auf mehr Optionen gleichzeitig absichert. Diese Spanne – typischerweise in der Grössenordnung weniger Prozente – entscheidet darüber, wie viel von jedem gesetzten Franken langfristig an die Spielenden zurückfliesst. Sie ist der Grund, warum eine «bessere» Quote nicht ein einzelner glücklicher Treffer ist, sondern eine strukturell tiefere Marge über das ganze Programm.

Die Spanne variiert von Markt zu Markt. Klassische Drei-Wege-Märkte im Fussball (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) sind für die Veranstalter schwerer fair zu quotieren als Zwei-Wege-Märkte und tragen deshalb tendenziell eine höhere Marge. Spezialmärkte – Handicap, Tore über/unter, Halbzeit/Endstand – sind oft schärfer kalkuliert, weil mehr sie das Ansteigen der Marge begrenzt. Die Faustregel: Je grösser das Wettvolumen auf einem Markt fliesst, desto aggressiver kann ein Anbieter die Margen drücken, um Kunden zu gewinnen.
Wettmärkte im Überblick
Das Wettprogramm bei Sporttip und Jouez Sport deckt eine breite Palette ab, wobei die Gespa in ihrer Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen den Rahmen setzt. Innerhalb dieses Rahmens finden sich die gängigsten Märkte:

| Marktform | Typische Anwendung | Charakter der Quote |
|---|---|---|
| Einzelwette (1X2 / Drei-Wege) | Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg im Fussball | Drei Ausgänge, tendenziell höhere Marge |
| Zwei-Wege-Markt | Sieg einer Mannschaft ohne Unentschieden | Niedrigere Marge, da nur zwei Ausgänge |
| Handicap | Asiatisches oder europäisches Handicap | Quotierung folgt dem Favoriten-Punktabzug |
| Über/Unter Tore | Mehr oder weniger als X Tore | Zwei-Wege, oft scharf kalkuliert |
| Ergebnis Sieger und Total | Kombination aus zwei Märkten | Niedrigere Auszahlung wegen zweier Spannungen |
| Langzeit-/Turniersiegerwetten | Weltmeister, Europameister, Champions-League-Sieger | Hohe Quoten, weil seltenes Ereignis |
Diese Märkte funktionieren alle nach demselben Prinzip: Aus den Quoten ergibt sich eine implizite Wahrscheinlichkeit plus Marge. Für Spielende ist entscheidend, dass eine hohe Quote nicht automatisch «besser» ist – sie reflektiert nur eine geringere Eintrittswahrscheinlichkeit aus Sicht des Veranstalters.
Wie der Gewinnbetrag berechnet wird
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote. Bei einer Einzelwette mit Einsatz CHF 20 und Quote 2.10 sind das CHF 42, die als Bruttogewinn zurückfliessen – der Nettogewinn, also der Gewinn ohne Einsatz, liegt bei CHF 22. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote: Aus drei Voraussagen mit 1.80, 2.20 und 3.00 wird eine Gesamtquote von 11.88. Mit CHF 20 Einsatz wäre der Bruttogewinn CHF 237.60, der Nettogewinn CHF 217.60. Sporttip rundet den Gewinnbetrag in zwei Schritten: zuerst auf zwei Nachkommastellen kaufmännisch, dann auf die nächsten 5 Rappen abgerundet. Aus 2’876 wird also nicht etwa 2.88, sondern 2.85.
Die gleiche Rechnung gilt bei Jouez Sport – mit dem Unterschied, dass die Online-Mindestquote pro Einzelvoraussage oder Gesamtquote einer Kombiwette bei 1.10 liegt und die maximale Einzel- oder Gesamtquote 100’000 nicht übersteigen darf. Wer also versucht, mit einer obskuren Kombination astronomische Quoten zusammenzubauen, stösst an diese obere Schranke.
Was ein Kombiboost bringt – und was er kostet
Der Sporttip-Kombiboost erhöht den Nettogewinn einer Online-Kombiwette abhängig von der Anzahl der Voraussagen. Voraussetzung: mindestens vier Voraussagen, jede Einzelquote mindestens 1.50, und die Wette muss online abgeschlossen sein (Prematch, Live oder System). Die Bonusstaffel sieht so aus:
| Anzahl Voraussagen | Bonus auf den Nettogewinn |
|---|---|
| 4 | 5 % |
| 7 | 20 % |
| 10 | 40 % |
| 15 | 100 % |
Das klingt grosszügig – verdoppelt den Nettogewinn bei fünfzehn Voraussagen. Aber die Kehrseite ist klar: Mit jeder weiteren Voraussage steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Spiel anders läuft als erwartet, und damit sinkt die Chance auf Auszahlung exponentiell. Wer mit fünfzehn Voraussagen spielt, gewinnt nur, wenn alle fünfzehn Spiele eintreffen – der Bonus nützt nichts, wenn das nicht passiert. Der Boost ist Marketing, der die höhere Marge einer langen Kombi überstrahlen soll.
Quotenboosts und Profitboosts
Quotenboosts bei Sporttip gelten ausschliesslich online für Prematch-Einzelwetten mit einer einzigen Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide Varianten sind pro Person nur einmal nutzbar, in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost ersatzlos. Es handelt sich also nicht um einen dauerhaft besseren Preis, sondern um eine einmalige Aktion auf einem bestimmten Markt – und wer sie nutzt, sollte wissen, dass die zugrunde liegende Quote bereits eine Marge trägt, der Boost nur den möglichen Nettogewinn hebt, nicht aber die faire Wahrscheinlichkeit.
Livewetten – warum die Quoten tanzen
Livewetten bei Sporttip funktionieren grundsätzlich wie Prematch-Wetten, mit einem entscheidenden Zusatz: Die Quote bewegt sich mit dem Spielverlauf. Ein 1:0-Rückstand der Heimmannschaft drückt deren Quote, ein Elfmeter in der Nachspielzeit verschiebt sie nochmals. Für Sportende heisst das: Wer live wettet, akzeptiert eine Spalte, deren eine echte Information über das Geschehen enthält – das ist der Wert, aber auch das Risiko. Sporttip behält sich vor, Wetten mit Quote 1.00 zu werten, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs abgegeben werden. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann der Veranstalter ebenfalls Quote 1.00 anwenden. Wer also auf den nächsten Strafstoss wetten will, sollte dies tun, bevor der Schiedsrichter pfeift, nicht nachdem der Ball schon im Netz ist.
Anbieter im Vergleich – wer in der Schweiz quotiert
In der Schweiz darf nur Sportwetten mit festen Gewinnquoten anbieten, wer eine entsprechende Bewilligung der Gespa hat. Aktuell sind das zwei Veranstalter: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide decken je ihr eigenes Vertragsgebiet ab, und wer in der Deutschschweiz wohnt, kann nicht online bei Jouez Sport spielen – und umgekehrt. Wer den Vergleich sucht, sucht ihn also zwischen genau zwei Anbietern, ergänzt um die ausländischen Marken, die Schweizer Spielerinnen und Spieler über Suchmaschinen finden, die aber über keine Schweizer Bewilligung verfügen.
Swisslos Sporttip – der Veranstalter der Deutschschweiz und des Tessins
Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie-Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung beruht auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann online ein Swisslos-Konto eröffnen und Sporttip nutzen.
Die Einsätze sind klar gesetzt: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Diese Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen – eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, sowohl vor Spielbeginn als auch live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn bei regulärem Wettabschluss, hängt vom Spielstand ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird.
Die Spielregeln sind streng: Wetten dürfen erst ab 18 Jahren abgegeben werden, und wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei voneinander abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung – etwa «nächstes Tor» und «Endstand über 2.5 Tore» – werden nur Wetten über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Eine eigenständige Kombination solcher abhängiger Ereignisse kann Swisslos für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Das Sporttip-Angebot ist breit: Einzelwetten, Kombiwetten mit bis zu zehn Voraussagen, Systemwetten, Prematch und Live, sowie Langzeitwetten auf Turniersieger. Quotenboosts und Profitboosts sind online verfügbar, der Kombiboost gilt ab vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50. Der Gewinnbetrag wird nach Einsatz mal Quote berechnet und auf zwei Nachkommastellen kaufmännisch gerundet, anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto der spielenden Person.
Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – so soll verhindert werden, dass eine emotionale Reaktion auf einen Verlust die Limite direkt wieder hebt. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Loterie Romande Jouez Sport – der Veranstalter der Westschweiz
Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen unterhält rund 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt etwa 221 Personen. Wer dort wohnt, kann online ein Konto eröffnen und Jouez Sport nutzen.
Die Einsätze unterscheiden sich leicht von Sporttip: Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), Höchsteinsatz CHF 500 pro Einzel- und Kombiwette. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.
Das Angebot umfasst Prematch- und Livewetten auf das bewilligte Sportprogramm. Die Berechnung des Gewinnbetrags folgt dem gleichen Prinzip wie bei Sporttip: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen Produkt der Einzelquoten. Bei der Rundung orientiert sich Jouez Sport an den eigenen Spielregeln, die in der 17. Edition (September 2024) festgehalten sind. Für Schweizer Spielerinnen und Spieler aus der Westschweiz ist Jouez Sport die einzige legal beworbene Option; die Plattform akzeptiert nur Personen mit Wohnsitz in den sechs Westschweizer Kantonen.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Neben den beiden Schweizer Veranstaltern finden sich in der Wahrnehmung vieler Spielender eine Reihe internationaler Marken, die in anderen Rechtsräumen lizenziert sind: GG.BET, Roobet, Betwinner, Betclic, BetOnRed, Bettilt, Betscore und FortuneJack. Keine dieser Marken verfügt über eine Schweizer Bewilligung – weder eine Veranstalterbewilligung noch eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer dort wettet, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keinen Beschwerdeweg bei der Gespa und keine Garantie, dass Auszahlungen tatsächlich erfolgen. Die Gespa kann die Domains solcher Anbieter auf die Sperrliste setzen, was Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre umsetzen – in solchen Fällen ist die Seite aus dem Schweizer Netz nicht erreichbar.
Diese Marken werden hier nicht beworben und nicht empfohlen. Sie stehen in der Liste, weil Schweizer Spielende sie über Suchmaschinen finden können, und weil der Vergleich der seriösen Anbieter nur dann vollständig ist, wenn die ungeprüften Vergleichslandschaften mitgedacht werden. Die Frage «Wer hat die besten Quoten?» wird für sie nicht beantwortet, weil sie in der Schweiz nicht legal quotieren. Wer dennoch dort spielt, verlässt den Schutzraum des Geldspielgesetzes – und nimmt steuerliche Konsequenzen in Kauf, denn je nach Kanton werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen als Einkommen versteuert.
Einordnung der Schweizer Anbieter
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter | Produkt |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Gespa-Bewilligung | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel | Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Gespa-Bewilligung | Loterie Romande, Lausanne | Jouez Sport |
| GG.BET, Roobet, Betwinner, Betclic, BetOnRed, Bettilt, Betscore, FortuneJack | keine Schweizer Bewilligung | – | – |
Der Vergleich zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern zeigt eine strukturelle Parallelität: Beide arbeiten mit der gleichen Logik von Quote und Marge, beide sind an die Liste der bewilligten Wetttypen der Gespa gebunden, beide bieten Prematch und Live, beide schützen Spielerinnen und Spieler mit Verlustlimiten und einem Ausschlussregister. Die Unterschiede liegen in den Detailkonditionen – Mindest- und Höchsteinsätze, maximale Gewinne, Zugangsgebiet, Spielregeln. Für die Frage nach den «besten Quoten» innerhalb des legalen Marktes heisst das: Der Vergleich findet zwischen genau zwei Anbietern statt, und er wird auf den jeweiligen Märkten unterschiedlich ausfallen. Wer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für eine bestimmte Partie sucht, muss die konkreten Quoten vergleichen – und die können sich von Markt zu Markt und von Anbieter zu Anbieter unterscheiden.
Rechtliche Lage in der Schweiz – wer quotieren darf
Das Geldspielgesetz und die Gespa
Seit dem 1. Januar 2019 gilt in der Schweiz das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Es definiert Sportwetten mit festen Gewinnquoten als Grossspiel und unterstellt sie einer Bewilligungspflicht. Aufsichtsbehörde ist die Gespa – Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf den Geldspielkonkordat vom 1. Januar 2021. Die Gespa ist nicht zu verwechseln mit der ESBK, die nur Spielbanken beaufsichtigt.
Eine Bewilligung umfasst zwei Komponenten: die Veranstalterbewilligung (Art. 21-25 BGS) und die Spielbewilligung pro Spielform (Art. 21-25 BGS). Sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Liste weiterer lizenzierter Wettanbieter existiert nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.
Was darf gewettet werden – und was nicht
Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen (Stand 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Diese Liste ist abschliessend: Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie dort aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet – nie auf Trainingsläufe. Wetten auf Ecken, Karten oder eine eigene Esports-Sektion sind in dieser Liste nicht zu finden. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Live-Wetten sind erlaubt, Prematch und Live, sofern der Anbieter eine entsprechende Entscheidung hält; das BGS enthält keine spezifische Einschränkung einzelner Live-Märkte. Cash-Out ist nicht regulatorisch geregelt, sondern eine Eigenschaft des jeweiligen Anbieters. Virtuelle Sportwetten sind rechtlich nicht abschliessend geklärt; Esports erscheint nicht in der Liste der Gespa.
Spielerschutz im BGS
Das BGS schützt Spielende mit einem Bündel von Massnahmen. Sportwetten sind erst ab 18 Jahren erlaubt (Art. 72 BGS). Pro Person ist ein Konto zulässig, das mit einer verifizierten Identität verbunden ist (Art. 47-52 VGS). Limiten werden von den Spielenden selbst gesetzt, nicht vom Staat: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden gesetzlich – Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Einen festen, gesetzlichen Einzahlungsbetrag wie in manchen anderen Märkten gibt es in der Schweiz nicht.
Spielsperren sind im Art. 80-82 BGS geregelt: Sowohl die Spielsperre bei Überschuldung oder Spielsucht als auch die selbst gewählte Sperre werden in ein gemeinsames Register eingetragen. Eine selbstgewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten wieder aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Bei Sporttip lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Wer ausgeschlossen oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Testkäufe der Gespa im Jahr 2025 haben gezeigt, dass an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde – das ist kein Grund, den stationären Vertrieb als zuverlässig darzustellen.
Zahlungen und Auszahlungen
Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im eigenen Namen ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen gibt es bei Schweizer Bewilligungsinhabern nicht. Eine Kreditierung an Spielende – also das Gewähren von Darlehen zum Wetten – ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche konkreten Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und ergibt sich aus dessen Bedingungen; ein zentrales Register der akzeptierten Zahlungsmethoden gibt es nicht. Die Schweiz kennt kein staatliches Zahlungsblockierungswerkzeug gegen nicht lizenzierte Wettanbieter – die Behauptung, Banken oder Kartenanbieter würden solche Zahlungen blockieren, ist falsch.
Steuern auf Wettgewinne
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – wozu die Estv Sportwetten zählt – sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Der Bund legt den Schwellenwert ab 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 fest (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400). Der kantonale Schwellenwert unterscheidet sich; ein einzelner kantonaler Betrag sollte nie als allgemein gültig dargestellt werden. Über dem Schwellenwert behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Für die überwältigende Mehrheit der Wetten bleibt der Gewinn unter dem Schwellenwert: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer.
Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer; je nach Kanton werden sie jedoch als Einkommen versteuert – der Kanton Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht – das ist ein häufiger Irrtum aus anderen Rechtsräumen, der hier nicht zutrifft. Die Frage «Was bleibt vom Gewinn nach Steuern?» hängt also vom Kanton ab und sollte mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung geklärt werden.
Werbung und Boni
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben benötigen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 solche Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die konkreten Bonusbeträge und -bedingungen ergeben sich aus den Spielregeln der Veranstalter – sie sind hier nicht zu bewerben, sondern zu beschreiben.
Ein zeitliches Werbeverbot für Sportwetten, wie es teils in anderen Märkten existiert, kennt das Schweizer Recht nicht. Promo-Codes werden in diesem Text nicht abgedruckt.
Anbieter aus dem Ausland
Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die spielende Person wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht kein Spielerschutz, keine faire Spielkontrolle und keine Schweizer Beschwerdestelle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre umsetzen (Art. 86-93 BGS). Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains tauchen teils unter neuen Adressen wieder auf – die Gespa nennt dieses Vorgehen «Domain-Hopping» und benennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele; bet365 wird als gesperrt geführt.
Die nüchterne Bilanz: Offshore = keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Beschwerdemöglichkeit, ausländische Gewinne nach kantonalem Steuerrecht steuerbar. Lizenziert = voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine abschliessende Liste erlaubter Märkte, Wohnsitznachweis und Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist per se «die sichere Wahl».
Spielerschutz und Verantwortung
Warum «gute Quoten» kein Schutz sind
Eine hohe Quote verleitet dazu, mehr zu setzen. Das ist die psychologische Kehrseite eines Mechanismus, der Veranstaltern hilft, Spielende zu binden. Wer auf eine Quote von 6.00 stösst, sieht den potenziellen Gewinn – nicht die implizite Wahrscheinlichkeit von rund 16 Prozent, die in dieser Quote steckt. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Tipp richtig zu liegen, sinkt rapide, wenn der Anbieter eine hohe Quote anbietet, und genau darin liegt der Reiz, aber auch das Risiko. Gute Quoten sind also nicht automatisch ein Schutz – sie sind ein Angebot, das bei reflexhafter Annahme mehr kosten kann als ein schlechterer Preis.
Die Schutzmechanismen, die das Schweizer Recht vorsieht, setzen deshalb am Verhalten an, nicht am Preis: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, freiwillige Einzahlungslimiten, Spielsperren für 1 bis 180 Tage, eine unbefristete Spielsperre mit Eintrag im Sperrregister und der Selbstausschluss über die Fachstelle. Wer die Limiten senkt, sieht die Wirkung sofort; wer sie erhöht, muss 72 Stunden warten – das soll verhindern, dass eine Verluststimmung die Limite direkt wieder hebt.
Selbst gesetzte Limiten bei Sporttip und Jouez Sport
Bei Sporttip sind die Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme zwingend: Tageslimit, Wochenlimit, Monatslimit. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 für volljährige Personen, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Wer die Limite senkt, kann sofort weiterspielen; wer sie erhöht, muss 72 Stunden warten. Zusätzlich kann eine Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden.
Bei Jouez Sport gelten die gleichen Grundsätze: Der Veranstalter muss Höchstwerte für Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS), und die Spielenden setzen die konkreten Werte selbst. Die genauen Mechanismen ergeben sich aus den Bedingungen von Loterie Romande; im Grundsatz funktionieren sie analog zu Sporttip. Senkung sofort wirksam, Erhöhung mit Wartezeit.
Spielsperre und Sperrregister
Eine Spielsperre kann selbst gesetzt werden oder von Amtes wegen erfolgen (bei Überschuldung oder Spielsucht). Sie wird in das zentrale Sperrregister eingetragen, das alle bewilligten Schweizer Veranstalter – Swisslos, Loterie Romande und die Spielbanken – einschliesst. Eine selbst gesetzte Sperre kann frühestens nach drei Monaten und nur mit Einbezug einer Fachstelle aufgehoben werden (Art. 81 BGS, Art. 84 VGS). Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS) – das ist hart, aber konsequent.
Bei Sporttip lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Möglichkeit der vorzeitigen Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das fürstentumferne Sperrregime ist ein wichtiger Punkt: Wer in Liechtenstein wohnt und bei Sporttip spielt, ist über das gleiche Register erfasst wie Schweizer Spielende.
Wo Hilfe zu finden ist
Wer Anzeichen problematiner Spielsucht bemerkt – bei sich selbst oder bei anderen – kann sich an die Fachstellen der Kantone wenden. Die Gespa unterhält eine Liste anerkannter Beratungsangebote; die grossen Schweizer Suchthilfeorganisationen bieten zudem schweizweit anonyme Online-Beratung an. Die Kontaktdaten variieren je nach Kanton, eine zentrale Anlaufstelle für die ganze Schweiz gibt es nicht. Wer sich selbst sperren lassen will, kann das direkt über das Swisslos- oder Loterie-Romande-Konto tun – die Sperre gilt sofort und wird im Register eingetragen.
Zahlungen und Auszahlungsgeschwindigkeit
Wie das Wallet bei Sporttip funktioniert
Das Swisslos-Spielkonto wird über ein Wallet geführt, das per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein aufgeladen werden kann. Mindestbetrag pro Aufladung: CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Eine der verfügbaren Zahlungsarten ist PostFinance Pay – die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt, was den Vorgang schnell und nachvollziehbar macht.
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Swisslos zahlt Wallet-Guthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein Konto im eigenen Namen aus – ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden. Die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar; es bleibt im Wallet und kann nur für Wetten verwendet werden.
Wie Auszahlungen bei Jouez Sport laufen
Bei Loterie Romande folgen Auszahlungen den Bedingungen des Spielkontos. Die konkreten Bearbeitungszeiten ergeben sich aus den Spielregeln und der gewählten Zahlungsmethode. Auch hier gilt: Auszahlungen gehen nur auf ein Konto im eigenen Namen, anonym oder in Kryptowährungen ist nicht möglich. Eine Kommission oder eine Begrenzung der Gratis-Auszahlungen pro Zeitraum, wie sie Sportlos kennt, ist in den Lockuren der Loterie Romande nicht in identischer Form zu finden – die genauen Konditionen sind den eigenen Bedingungen zu entnehmen.
Was bei nicht abgeholten Gewinnen passiert
Wer einen Gewinn nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend macht, verliert ihn: Der Betrag verfällt zugunsten des Zwecks der Swisslos. Bei verweigerter Auszahlung ist eine Einsprache innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief an Swisslos zu richten. Diese Frist ist hart – wer eine Auszahlung erwartet und sie nicht innerhalb der 26 Wochen anfordert, gibt das Geld faktisch zurück an die Veranstaltergemeinschaft. Für Weniger erfahrene Forscher heisst das: Gewinne zeitnah prüfen, Quittungen aufbewahren.
Geschwindigkeit ist relativ
Die Auszahlungsgeschwindigkeit bei Sporttip – 3 Arbeitstage für Gewinne über CHF 1’000 – ist im europäischen Vergleich solide, aber nicht aussergewöhnlich schnell. Wer den Vergleich mit ausländischen Anbietern sucht, findet teils Anbieter mit Auszahlungen innert 24 Stunden. Diese Anbieter haben in der Schweiz aber keine Bewilligung; ihre Auszahlungsgeschwindigkeit steht unter dem Vorbehalt, dass die Gespa ihre Domains sperren kann. Eine schnelle Auszahlung bei einem Anbieter ohne Schweizer Schutz ist nicht «besser» – sie ist Auszahlung in einem Rechtsraum, der im Konfliktfall keinen Schweizer Beschwerdeweg kennt.
Quoten für Grossanlässe – WM, EM, Champions League
Was eine Turniersiegerquote wirklich sagt
Bei einer Welt- oder Europameisterschaft beginnen die Quoten für den Turniersieger früh, oft Monate vor dem Anlass. Eine Quote von 8.00 auf die Schweiz bei einer Europameisterschaft heisst: Der Veranstalter schätzt die implizite Wahrscheinlichkeit auf etwa 12.5 Prozent – nach Abzug seiner Marge. Die Quote bewegt sich mit der Form der Mannschaft, mit Verletzungen, mit dem Los der Gruppenphase. Sie ist eine Markteinschätzung, keine Prognose, und sie garantiert keinen Ausgang. Wer auf den Turniersieger wettet, wettet gegen die Einschätzung vieler anderer Marktteilnehmer – und profitiert, wenn die eigene Einschätzung am Ende näher am Ergebnis liegt als die kollektive Marktmeinung.
Tagesspiele und ihre Quoten
Für die Tagesspiele einer WM oder EM – die Partien des Tages, oft mehrere parallel – quotieren die Veranstalter die klassischen Märkte (1X2, Handicap, Über/Unter, Ergebnis Sieger und Total) und teilweise Spezialmärkte (Torschützen, Halbzeit/Endstand). Die Margen auf Tagesspielen sind tendenziell enger als auf Turniersiegerwetten, weil das Wettvolumen höher ist. Wer die «besten Quoten» für ein Tagesspiel sucht, sollte die Quoten für dieses konkrete Spiel bei Sporttip und – je nach Vertragsgebiet – bei Jouez Sport direkt vergleichen.
Champions League und europäische Klubwettbewerbe
Die Champions League ist ein Dauerthema im Wettprogramm. Gruppenspiele, K.o.-Runden, Finale – die Quoten folgen dem gleichen Muster wie bei Länderspielen. Die Margen sind im europäischen Klubfussball tendenziell eng, weil das Wettvolumen hoch ist und viele Veranstalter um die gleichen Wetten konkurrieren. Bei Schweizer Bewilligungsinhabern gilt das innerhalb der gesetzlichen Grenzen: Was nicht auf der Gespa-Liste steht, wird nicht angeboten – und dort ist die Liste enger als bei vielen ausländischen Anbietern.
Super League und Schweizer Klubfussball
Die Super League, die höchste Schweizer Fussball-Liga, ist ein Wettmarkt mit überschaubarem Volumen. Die Quoten sind oft weniger scharf kalkuliert als in grossen europäischen Ligen, weil weniger Informationen in den Markt fliessen und weniger professionelle Quoten-setzer den Markt beobachten. Für Spielende heisst das: Die Margen auf Super-League-Spielen sind tendenziell höher als auf Champions-League-Spielen – ein objektiver Nachteil, wenn man auf die Quote schaut. | Die Spiele selbst sind über das Wettprogramm von Sporttip und Jouez Sport abgedeckt.
Wer bietet was – die besten Wettquoten-Anbieter im Überblick
Der Begriff «beste Wettquoten-Anbieter» verspricht mehr, als der Schweizer Markt halten kann. Es gibt genau zwei Veranstalter mit Schweizer Bewilligung, beide mit eigenen Vertragsgebieten, beide mit eigenen Stärken und Schwächen im Wettprogramm. Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt, hat Sporttip als einzige legale Option. Wer in der Westschweiz wohnt, hat Jouez Sport als einzige legale Option. Wer in beiden Gebieten spielen will, müsste in beiden wohnen – und das geht nicht.
Was die beiden gemeinsam haben
Beide arbeiten mit derselben Mechanik: Quote mal Einsatz ergibt den Gewinnbetrag, bei Kombiwetten das Produkt der Einzelquoten. Beide bieten Prematch und Live, Einzel- und Kombinationswetten, Systemwetten bei Sporttip. Beide sind an die Liste der bewilligten Wetttypen der Gespa gebunden und können nicht alles anbieten, was ausländische Anbieter im Programm haben. Beide verlangen Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme, beide schützen Minderjährige, beide arbeiten mit einer Spielsperre und einem Sperrregister.
Was sie unterscheidet
Die Unterschiede liegen in den Konditionen:
| Merkmal | Swisslos Sporttip | Loterie Romande Jouez Sport |
|---|---|---|
| Vertragsgebiet | Deutschschweiz, Liechtenstein | Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS) |
| Mindesteinsatz online | CHF 1 | CHF 2 (Verkaufsstellen CHF 3, Multiples CHF 2) |
| Höchsteinsatz Einzel/Kombi | CHF 1’000 | CHF 500 |
| Höchsteinsatz System | CHF 10’000 | n/a (Systemwetten nicht im Programm) |
| Höchstgewinn Einzel/Kombi | n/a in Spielregeln spezifiziert | CHF 300’000 |
| Höchstgewinn Multiples | n/a | CHF 1’000’000 |
| Maximale Quote Einzel/Kombi | unbegrenzt | 100’000 |
| Maximale Anzahl Voraussagen | bis 10 (Kombi) | bis 12 (Kombi), 2 bis 10 |
| Cash-Out | ja, online, nur Voll-Cash-Out, nicht garantiert | in Spielregeln nicht in identischer Form beschrieben |
| Kombiboost | ja (5-100 % nach Anzahl Voraussagen) | nicht in identischer Form dokumentiert |
Beide Anbieter spielen in einer eigenen Liga – sie sind nicht direkt vergleichbar, weil sie unterschiedliche Vertragsgebiete bedienen und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Wer die «besten Quoten» für eine konkrete Partie sucht, muss die Quoten für diese Partie bei dem für ihn zugänglichen Veranstalter prüfen und kann nicht zwischen den beiden wählen, wenn er nicht in beiden Vertragsgebieten wohnt.
Was «besser» in diesem Markt heisst
Die Frage «Wer hat die besten Wettquoten?» lässt sich für die Schweiz nicht pauschal beantworten. Sie hat drei Achsen:
- Marge pro Markt. Die Spanne zwischen Auszahlungsrechnung und 100 Prozent ist die Marge. Je enger die Marge, desto mehr vom Einsatz fliesst langfristig an die Spielenden zurück. Sie ist von Markt zu Markt unterschiedlich und nicht alle Anbieter veröffentlichen sie.
- Übereinstimmung mit dem Markt. Eine Quote kann hoch sein, aber weit von der Markteinschätzung abweichen – dann ist sie kein gutes Geschäft, sondern eine Fehleinschätzung des Anbieters. Wer konsequent gegen den Markt wettet, verliert langfristig.
- Zugang. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat nur Zugang zu Sporttip. Eine «bessere» Quote bei Loterie Romande nützt ihm nichts, wenn er dort kein Konto eröffnen kann. Die Frage nach der besten Quote ist also immer auch eine Frage nach dem Zugang.
Was sich sagen lässt: Die Margen bei Sporttip und Jouez Sport sind in den grossen europäischen Fussball-Ligen und den internationalen Wettbewerben tendenziell eng, in Nischenmärkten und kleineren Ligen weiter. Wer ein scharfes Quotenumfeld sucht, wird es im Champions-League-Programm eher finden als im Programm der Schweizer Super League.
Wer die Auswahl nicht hat – ausländische Anbieter im Profil
Was sie versprechen
GG.BET, Roobet, Betwinner, Betclic, BetOnRed, Bettilt, Betscore und FortuneJack sind Namen, die in internationalen Wettvergleichen auftauchen. Sie werben mit hohen Limits, schnellen Auszahlungen, breiten Wettprogrammen, Kryptowährungen und Bonusaktionen. Aus Schweizer Optik sind sie alle gleichermassen problematisch: Keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Beschwerdemöglichkeit.
Was sie in der Schweiz nicht dürfen
In der Schweiz dürfen sie nicht bewerben. Werbung für nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Das gilt für den Anbieter, nicht für die spielende Person – diese wird nicht bestraft, aber sie verlässt den Schutzraum des BGS. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; aus kantonaler Optik können Gewinne als Einkommen versteuert werden, je nach Kanton unabhängig vom Betrag.
Was sie kosten
Die «schnelle Auszahlung» bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung steht unter dem Vorbehalt, dass die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzen kann. Die «hohen Limits» stehen unter dem Vorbehalt, dass die Geschäftsbedingungen des Anbieters gelten – und im Konfliktfall gilt das Recht des Anbieterlandes, nicht das Schweizer Recht. Die «breiten Wettprogramme» stehen unter dem Vorbehalt, dass nicht alle diese Wetten in der Schweiz erlaubt wären – was nichts kostet, solange man nicht spielt, aber alles kosten kann, wenn man spielt.
Faire Einordnung
Diese Anbieter werden hier genannt, weil Schweizer Spielende sie in Suchmaschinen finden. Sie sind keine Alternative zur Schweizer Lösung, sie sind ein paralleler Markt mit anderen Regeln. Wer sie nutzt, sollte das mit offenen Augen tun: ohne Schweizer Schutz, mit möglicher Sperrung durch die Gespa, mit ausländischer Rechtslage und mit steuerlichen Konsequenzen im Kanton. Wer die Schweizer Lösung sucht, hat genau zwei Optionen – Sporttip oder Jouez Sport –, und die Frage «Wer hat die besten Quoten?» wird innerhalb dieser zwei Optionen beantwortet, nicht durch sie.
Was eine gute Quote in Franken und Rappen bedeutet
Beispielrechnung: Einzelwette Fussball
Nehmen wir eine Partie BSC Young Boys gegen FC Basel in der Schweizer Super League. Sporttip bietet eine Heimquote von 2.10, ein Unentschieden von 3.40 und eine Auswärtsquote von 3.20. Mit einem Einsatz von CHF 20 auf Heimsieg liegt der Bruttogewinn bei CHF 42, der Nettogewinn bei CHF 22. Mit einem Einsatz von CHF 50 sind es CHF 105 Brutto und CHF 55 Netto. Bei einer Kombiwette aus zwei Voraussagen mit 2.10 und 1.80 wird die Gesamtquote 3.78; mit CHF 20 Einsatz sind es CHF 75.60 Brutto und CHF 55.60 Netto.
Beispielrechnung: Livewette mit Cash-Out
Angenommen, BSC Young Boys führen zur Halbzeit 1:0 gegen FC Basel. Die Live-Quote für «Heimsieg» sinkt auf 1.50, die Quote für «Auswärtssieg» steigt auf 6.50. Wer vor dem Spiel CHF 20 auf Heimsieg gesetzt hat, kann per Cash-Out vorzeitig aussteigen. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als den möglichen Gewinn bei regulärem Wettabschluss – bei einer 1.50-Schlussquote wäre der Vollgewinn CHF 30; der Cash-Out-Betrag könnte bei vielleicht CHF 24 liegen. Er hängt vom Spielstand und von der Marktentwicklung ab und wird vom Veranstalter festgelegt. Eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist, gibt es nicht.
Beispielrechnung: Kombiwette mit Boost
Eine Online-Kombiwette bei Sporttip mit vier Voraussagen zu Mindestquote 1.50 – etwa 1.80, 1.60, 1.55, 1.70 – ergibt eine Gesamtquote von 1.80 × 1.60 × 1.55 × 1.70 = 7.59. Mit CHF 20 Einsatz sind es CHF 151.80 Brutto und CHF 131.80 Netto. Mit dem Kombiboost von 5 Prozent auf den Nettogewinn werden daraus CHF 138.39 Netto. Bei zehn Voraussagen wäre der Bonus 40 Prozent, bei fünfzehn 100 Prozent – aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle Voraussagen eintreffen, sinkt mit jeder weiteren Voraussage rapide.
Beispielrechnung: Auszahlungsquote und Marge
Nehmen wir einen Zwei-Markt mit beiden Quoten bei 1.90. Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, also 95 Prozent. Die Marge ist 5 Prozent. Das ist der Anteil, der im Schnitt beim Veranstalter bleibt. Auf einem Drei-Markt-Markt mit Quoten 1.80, 3.40 und 4.50 ergibt die Rechnung 1 ÷ (1/1.80 + 1/3.40 + 1/4.50) = 1 ÷ (0.5556 + 0.2941 + 0.2222) = 1 ÷ 1.0719 = 0.9329, also etwa 93.3 Prozent Auszahlung und etwa 6.7 Prozent Marge. Das ist der Grund, warum Drei-Wege-Märkte tendenziell höhere Margen tragen als Zwei-Wege-Märkte – und der Grund, warum die «besten Quoten» nie nur einzelne hohe Werte sind, sondern immer über das Programm hinweg zu sehen.
Häufige Fragen zu Wettquoten
Wie werden Wettquoten berechnet, und welche Marge ist darin enthalten?
Wettquoten spiegeln die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs plus die Marge des Anbieters. Aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes ergibt sich rechnerisch die Auszahlungsquote, 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). 100 Prozent minus diese Auszahlungsquote ist die Marge. Bei zwei Ausgängen mit 1.90 und 1.90 liegt sie bei rund fünf Prozent; bei drei Ausgängen mit 1.80, 3.40 und 4.50 bei rund 6.7 Prozent.
Wie liest man eine Quote wie 2.10, und was bedeutet sie für den Gewinn bei einem Einsatz von CHF 20?
Eine Quote 2.10 heisst: Pro eingesetztem Franken gibt es 2.10 Franken zurück, falls der Ausgang eintrifft. Mit Einsatz CHF 20 sind das 42 Franken Bruttogewinn, der Nettogewinn ohne Einsatz liegt bei 22 Franken. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird auf zwei Nachkommastellen gerundet und auf 5 Rappen genau abgerundet.
Wie entstehen Quoten für Turniersieger, etwa bei einer Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft?
Quoten für Turniersieger beginnen oft früh und bewegen sich mit der Form der Mannschaft, mit Verletzungen und mit dem Los der Gruppenphase. Sie sind eine Markteinschätzung vieler Marktteilnehmer, keine Prognose, und sie garantieren keinen Ausgang. Die Marge auf Turniersiegerwetten ist typischerweise höher als auf Tagesspielen, weil das Wettvolumen kleiner ist und die Veranstalter weiter absichern.
Warum ändern sich Livewetten-Quoten während des Spiels so schnell?
Livewetten-Quoten folgen dem Spielverlauf in Echtzeit: Tore, Karten, Elfmeter, Verletzungen – alles fliesst in die neue Quote ein. Der Veranstalter muss den Markt permanent neu kalkulieren und reagiert mit Quote-Anpassungen. Bei Sporttip können Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, mit Quote 1.00 gewertet werden; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter oder Rote Karte gilt das gleiche. Wer live wettet, sollte dies tun, bevor das Ereignis eintritt.
Wie wird der Gewinnbetrag aus Einsatz und Quote gerundet?
Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote zuerst auf zwei Nachkommastellen kaufmännisch gerundet, anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus einem rechnerischen Gewinn von 2’876 Franken wird also nicht 2.88, sondern 2.85 Franken. Bei Jouez Sport folgen die Rundungsregeln den Spielregeln der 17. Edition (September 2024). Beide Veranstalter wenden auf den Gewinnbetrag die gesetzlichen Rundungsvorschriften an.
Welche Organisatoren dürfen in der Schweiz Quoten für Sportwetten stellen?
In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten mit festen Gewinnquoten anbieten. Die Bewilligung beruht auf dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und wird von der Interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa in Bern erteilt. Swisslos bedient die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein; Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone. Alle anderen Anbieter verfügen über keine Schweizer Bewilligung; eine Lizenz aus einem anderen Rechtsraum hat in der Schweiz keine Kraft.
Quoten – Wettvergleichinfo.com
Inhalt erstellt vom Team «Wettvergleichinfo.com»
